Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Besuchen Sie auch meine Facebook-Seite um Aktionen, Veranstaltungen und Infos nicht zu verpassen!

Sterbebegleitung – auch bei Tieren ein Thema

Sterbebegleitung bei Tieren bedeutet in der Praxis für den Therapeuten einerseits Begleitung/Unterstützung des Tierhalters und andererseits Palliation der Beschwerden des sterbenden Tieres. Sterben ist – auch wenn manchmalso damit umgegangen wird – keine Krankheit, die sich therapieren lässt. Es ist ein natürlicher –der letzte- Lebensabschnitt!

 

Das Sterben gehört noch zum Leben!

Diesen Lebensabschnitt kann man medikamentös begleiten. Man kann Schmerzen und Unruhezustände, Atemnot und Krämpfe lindern. Und man kann einfach nur da sein, das Sterben mit aushalten. Was vielen Menschen sehr schwer fällt. Zu akzeptieren, dass das geliebte Lebewesen geht und dass man nichts dagegen tun kann, ist schwer.

 

Es gibt kein Zurück

Hat der Sterbeprozess einmal begonnen, kann man ihn nicht aufhalten. Der eigentliche Sterbeprozess dauert Stunden oder Tage, die durch zunehmendes Organversagen (oft aus einer chronischen Erkrankung heraus) gekennzeichnet sind. Zunächst wird die Wahrnehmung durch verminderte Hirnaktivität eingeschränkt. Seh- und Hörvermögen lassen nach. Die Atmung wird flacher und röchelnd. Während das Ende des Sterbeprozesses klar definiert ist, kann man den Beginn des Sterbens nicht so eindeutig festlegen. Eine chronische Erkrankung kann sich lange Zeit mit sehr schlechtem körperlichen Zustand hinziehen, ohne dass vom Sterbeprozess die Rede sein kann!!

 

Einschläfern oder den natürlichen Sterbeprozess durchlaufen lassen?

Einschläfern bedeutet, dass der natürliche Sterbeprozess nicht durchlaufen bzw. abgekürzt wird. Wäre der Sterbeprozess mit seinen verschiedenen Phasen sinnlos, gäbe es ihn in dieser Form nicht. Geht man davon aus, dass die Seele um den (für sich passenden) Sterbezeitpunkt weiß und das Sterben durchaus zielgerichtet einleitet, nimmt man dem Lebewesen hier seine letzte Selbstbestimmtheit und greift in eine wichtige noch zum Leben gehörende Phase ein. Sieht man den Sterbeprozess als wichtigen letzten Entwicklungsschritt der Seele, nimmt man der Tierseele diese Entwicklungsmöglichkeit.

So weit so gut, nur kann tatsächlich nicht jeder das aushalten und manchmal sind die Gegebenheiten nicht so, dass man sich für eine natürliches Sterben(lassen) oder auch ein Durchleben schwerer chronischer Krankheit im Vorfeld entscheiden könnte. Hospize für Tiere gibt es nicht, man kann das kranke/sterbende Tier schlecht an anderem Ort bis zu seinem Tod betreuen lassen. Dem Tier würde auch jede Einsicht in die Notwendigkeit/Zweckmäßigkeit fehlen und der Verlust der gewohnten Umgebung würde schwer wiegen. Der Mensch trifft die Entscheidung, die Krankheit und das Sterben gemeinsam mit seinem Tier bis zum Ende zu (er)leben oder er wählt die Abkürzung. Jeder Tierbesitzer hat die Entscheidungsfreiheit, jede Entscheidung ist richtig im Sinne von passend für die Beteiligten. Insofern lassen sich auch keine Empfehlungen aussprechen.

 

Bedeutet Sterben zwangsläufig Leiden?

Für den Tierbesitzer ist das eine ganz wichtige Frage. Allerdings sollte man hinterfragen, um wessen Leiden es eigentlich geht, um das Leiden des Tieres oder das des Tierhalters. Viele Ängste des Besitzers haben mit der Angst vor dem (eigenen) Tod zu tun und auch mit falschen Vorstellungen über den Sterbeprozess. Hier helfen Gespräche und Informationen!

Z.B. verhungert/verdurstet das Tier nicht, wenn es keine Nahrung/Wasser aufnimmt. Wir dürfen nicht davon ausgehen, wie schlimm Hunger und Durst für den gesunden Organismus sind und wie nötig Wasser und Nahrung zum Wiederaufbau nach Krankheit/OP sind. Die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme werden eingestellt, um den Sterbeprozess zu erleichtern. Bei einer Flüssigkeitsunterversorgung sendet das Hirn körpereigene Opiate aus. Sie sorgen dafür, dass Schmerz nicht mehr so stark empfunden wird und sich das Bewusstsein beruhigt. Die Aufrechterhaltung von subcutaner oder intravenöser Versorgung erschwert den Sterbeprozess und belastet den sterbenden Organismus unnötig. Das Wasser kann oft nicht mehr ausgeschieden werden, was Ödeme zur Folge hat. Unverdaute Nahrung führt zu Koliken/Krämpfen/Durchfall.

Ein Leiden, wie es der Mensch angesichts des Todes durch Unerledigtes, durch Ego-Ansprüche und nicht Nicht-Loslassen-Wollen empfindet, werden wir beim Tier nicht finden. Allerdings wird das Tier nur leicht gehen können, wenn seine Bezugspersonen es loslassen. Ängste und Unruhe der Bezugspersonen übertragen sich auf das Tier.

 

Homöopathie in der Sterbebegleitung

Den Lebensabschnitt Sterben kann man (wie alle anderen Lebensphasen) homöopathisch begleiten. In einem Beitrag auf der Seite des DZVHAE (Zentralverein homöopathisch arbeitender Ärzte) schreibt eine Ärztin, dass nach ihrer Erfahrung in der Begleitung von Geburten und Sterben Geburt und Sterben sich entsprechende Prozesse sind. Lebensanfang und Lebensende werden ähnlich traumatisch erlebt und erfordern oft die gleichen Mittel.

Von Sterbemitteln zu sprechen ist auch noch aus einem anderen Grunde verfehlt: kein Mittel kann ein Individuum, das nicht zum Sterben bereit ist, töten. Ist das Tier bereit, werden die Sterbephasen allerdings ruhiger und u.U. schneller durchlaufen.

 

Erstes Ziel der homöopathischen Sterbebegleitung ist die Palliation

Palliation bedeutet Erleichterung von belastenden Symptomen wie Atemnot und Schmerzen und der oftmals auch von körperlichen Symptomen unabhängigen Unruhe und Angst. Die unter Umständen schnell wechselnden – unddeutlich erkennbaren – belastenden Symptome entscheiden die Mittelwahl.

Hier einige Links zur Sterbebegleitung mit Homöopathie – Beiträge aus dem Humanbereich, die zum Nachdenken anregen und auf die Verhältnisse beim Tier übertragbar sind:

 

http://www.dr-annette-prollius.de/Homoeopathie/praktische_Homoeopathie/am_Sterbebett/

 

 Es gelingt nicht immer, den Sterbeprozess bis zum Ende zu begleiten. Sei es, dass es nicht möglich ist einen Weg zu finden, das Tier weitgehend schmerzfrei zu halten oder sei es, weil es für die „Angehörigen“ unerträglich oder für das Tier nicht zumutbar ist. Über die Jahre durfte ich bei einem Teil meiner eigenen Tiere und auch bei einigen Tier-Patienten auf dem letzten Weg dabei sein und wertvolle Erfahrungen sammeln.
Die wenigsten Menschen haben in Ihrem Leben einen toten Menschen oder ein totes Tier gesehen und eine starke Scheu davor. Die wenigsten wissen, wie der Sterben „verläuft“. Sterben ist ein Prozess, der je nach Vorerkrankung und Alter, einen gewissen Zeitraum, der nicht immer vorhersehbar ist, dauert. Dies kann von einigen Minuten bis einige Tage dauern.
Der Ausschnitt an Symptome, die nun beschrieben werden, kann durchaus auch im Verlauf einer Erkrankung auftreten und weist nicht immer auf ein bevorstehendes Sterben hin! Dann ist das Tier aber entweder noch jung oder die Erkrankung entsprechend harmlos und bedarf dann natürlich einer entsprechenden Behandlung und keiner Sterbebegleitung.
In der Regel beginnt das Sterben damit, dass die Nahrung verweigert wird. Die Körperfunktionen stellen nach und nach ihre Tätigkeiten ein. Das Tier zieht sich häufig zurück und stellt liebgewonnene Gewohnheiten nach und nach ein. Katzen gehen z.B. nicht mehr nach draußen, Hunde legen keinen Wert mehr auf ihr Lieblingsleckerlie etc. Diese Phase kann nur einige Stunden oder auch einige Tage dauern. Der Geruch der Tiere kann sich verändern, auch ein Zeichen, dass die Organe und Körperfunktionen ihren Dienst einstellen. Es kann zu einer Art Dämmerschlaf kommen, in der das Tier kaum noch an seiner Umwelt teilnimmt und irgendwann stellen Herz und Atmung ihren Dienst ein und das Tier ist „eingeschlafen“. Gelegentlich kann es zu Unruhezuständen mit Jaulen und Wimmern kommen. Dies sind nicht immer Anzeichen von Schmerzen, jedoch für uns Menschen emotional extrem schwer auszuhalten. Hier kann mit der Gabe homöopathischer Mittel häufig sehr schnell eine Entspannung und Beruhigung des Tieres herbeigeführt werden.
Sein Tier auf diesem Weg zu begleiten fordert viel Kraft und nicht jeder Mensch kann diesen Prozess mit tragen und ertragen. Wer aber einmal den Unterschied gesehen hat, wie ein Tier im Tod aussieht, das eingeschläfert wurde und eines, das einen natürlichen Tod gestorben ist, der wird feststellen, dass der Gesichtsausdruck und auch die Körperhaltung anders sind. Ein natürlich gestorbenes Tier wirkt entspannt, egal welches Leiden vorausgegangen ist. Im Sterbeprozess haben Mensch und Tier Gelegenheit Abschied zu nehmen und loszulassen.
Meine Tiere habe ich, wenn sie tot waren, immer noch einige Stunden in Ihrem Lieblingskorb gebettet im Raum gelassen um sie dann zu beerdigen. Schulmedizinisch wird oft in den Sterbeprozess eingegriffen und z.B. ein Tier, das sich eigentlich zum Sterben zurückgezogen hat, künstlich ernährt. Dies verlängert das Sterben künstlich und am Ende wird das arme Kerlchen dann mit einer Spritze erlöst. Hier muss natürlich abgewägt werden, macht diese oder eine andere Maßnahme noch Sinn oder wird der Sterbezeitpunkt nur unnötig hinausgezögert und erfordert dann ein Einschläfern, weil der natürliche Tod verhindert wird.
Die passende homöopathische Arznei ist oft in der Lage eine Entscheidung herbeizuführen. Durch eine homöopathische Arznei an sich kann man kein Lebewesen töten, aber die Gabe eines passenden Mittels kann, wenn man in der Lage ist es zu finden, eine Entscheidung herbeiführen. Entweder das Tier kommt noch einmal auf die Beine oder kann friedlich von uns gehen.

Mein Rat, wenn Sie vor dieser Entscheidung stehen:

1) Suchen Sie sich einen Begleiter an Ihrer Seite, der Sie unterstützt. Das kann Ihr Tierarzt oder Tierheilpraktiker sein, aber auch ein Freund der Familie. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie weiter machen sollen, dann rufen Sie diese Person an. Oft reichen Gedankenanstösse oder auch, dass man sich mal ausweint und man weiss wieder alleine, wie man weiter machen will und kann und trifft die richtige Entscheidung für sich und sein Tier.

2)  Schaffen Sie eine Atmosphäre von Ruhe und Liebe. Richten Sie den Raum etwas ruhig her, dunkeln Sie ihn vielleicht etwas ab, entfernen Sie Telefone und andere störende Geräuschquellen. Nehmen Sie sich so viel Zeit, wie Sie können und versuchen Sie, trotz all dem Schmerz um den baldigen Verlust Ihres Lieblings, diese Zeit zu geniessen. Sie ist ganz besonders kostbar.

3)   Legen Sie sich die Telefonnummer Ihres Tierarztes und/oder Tierheilpraktikers zurecht. Klären Sie jedoch auch bereits im Vorfeld die Erreichbarkeit ab.

4)    Setzen Sie sich damit auseinander, dass Ihr Tier sich auf die letzte Reise begibt und nehmen Sie diesen Gedanken an und schliessen Ihren Frieden damit. Reden Sie mit Ihrem Tier und zeigen ihm, dass Sie bei ihm sind und das Sie ruhig sind. Diese Ruhe wird sich auf ihr Tier übertragen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen all die Kraft und Liebe, die Sie jetzt bei diesem Weg mit Ihrem Tier brauchen!